Schreiben in Zeiten von Twitter

Salman Rushdie beim Literaturfest München

Erschienen: SZ

Salman Rushdie ©Amrei-Marie

Die erste Frage an diesem Abend gilt seinem Twitter-Account. Er hat ihn am Morgen abgeschaltet. „Ich hatte das Gefühl, in einem Raum mit vielen anderen zu sein, die mich nicht mehr amüsiert haben“, erklärt Salman Rushdie. Und das erinnert ihn gleich an eine Anekdote über den Raum, in dem er sitzt: die Große Aula der LMU. Als er hier 1982 „Mitternachtskinder“ gelesen habe, sei eine Frau doch glatt ohnmächtig geworden. „Das hat mich schon stolz gemacht – hängt die Latte für den heutigen Abend aber auch recht hoch.“ Weiterlesen

Verliebt bis zur Schmerzgrenze

Lesefest „Lit.Love“ setzt auf rosa Luftballons und Emanzipation

Erschienen: Süddeutsche Zeitung (Literatur)

Lucinda Riley im Gespräch mit Günter Keil auf der Lit.Love

München Auch wenn man am Wochenende nichts ahnend das Verlagsgebäude von Random House betreten haben sollte, kann man in etwa abschätzen, in welch einer Veranstaltung man da gelandet ist. Die Geländer sind mit rosa Herzchen-Luftballons verziert, an den Wänden steht in dicken Lettern „Love“, und die Toiletten sind nicht nur mit Büchern über das Schlussmachen ausgestattet, sondern einheitlich zum Frauenbereich erklärt. Es ist wieder „Lit.love“ in München: Zum zweiten Mal haben neun Verlage eine Reihe von Autorinnen eingeladen, ihre Büchertische aufgestockt, rosa Bändchen verteilt und die Türen für ein fast ausschließlich weibliches Publikum geöffnet.

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Meckern kann jeder

Feridun Zaimoglu – BREmerhaven

Erschienen: Blogale

Freitag 12:03 Uhr, Stadtbibliothek Bremerhaven. „Herr Zaimoglu ist leider noch nicht da“, heißt die leise Ankündigung einer Mitarbeiterin. Aber im Foyer gebe es einen Kaffeeautomaten. Einige Schüler erheben sich langsam, doch der Autor steht schon in der Tür. Unscheinbar, ganz in schwarz gekleidet und mit einem breiten Lächeln im Gesicht schreitet er an den Stuhlreihen bremerhaven2vorbei, setzt sich ans Pult und rückt sich das Mikrofon zurecht. Eine Ankündigung gibt es heute nicht – dafür fehle die Zeit, denn der Moderator suche noch nach einem Parkplatz – und Zaimoglu will keine Zeit verlieren: „Ich bin preußisch erzogen worden. Lieber wartet man, als dass man warten lässt“, erklärt er und eröffnet seinen ersten Auftritt auf der Globale mit dem Titel Das Schreiben als Beruf, der Schriftsteller erklärt sich.

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